Wenn man das Lernen lernt

Die Schlossschule lud am 11. Juni des Jahres zum Vortrag „Das Lernen lernen“ in die Aula ein. Knapp 70 interessierte Eltern und Lehrkräfte waren diesem Aufruf gefolgt. Sichtlich erfreut über diesen großen Zuspruch zeigte sich der erfahrene Medienpädagoge und -wissenschaftler Matthias Melzer vom Verein LVB Lernen e.V., der als Referent durch den Abend führte.

In dem zwei Stunden andauernden Vortrag führte Melzer die Zuhörerschaft nicht nur in die einzelnen Lerntypen ein, sondern er referierte kurz zur Funktion des Gehirns, der Bedeutung der Ordnung beim Lernen, verschiedener Lerntechniken die das Lernen erleichtern und vertiefte anschaulich, wie bspw. im Englischen man unregelmäßige Verben mit „tierischen“ Lauten erlernen kann.

Gekonnt und selbstsicher bezog Melzer das Publikum spielerisch mit ein, verteilte Aufgaben und er testete das Publikum, ohne das es bemerkte getestet zu werden. So war der Aha-Effekt bei den Zuhörern besonders groß, weil sie erkannten, dass das Lernen leichter oder schwieriger sein kann. Und wenn Erwachsene spüren, wie anstrengend das Lernen ist, dann ist so manches Leid ihrer Kinder durchaus nachvollziehbar. Die Tipps von Melzer wirkten deshalb wie Wasser auf die Mühlen der Eltern.

Nach einer kurzen Pause konzentrierte sich der zweite Teil des Vortrags auf die unterschiedlichen Lerntypen der Schulkinder. Während die einen eher die „Überflieger“ sind, alles in einem Frontalunterricht in sich hineinsaugen und ständig den Input nach mehr Wissen brauchen, gibt es drei weitere Lerntypen, die gänzlich anders sind. Der ruhige und sicherheitsliebende Typ, der stets gewissenhaft mit Ordnung alles fleißig auswendig lernt und durch Quantität punktet. Der kreativ-chaotische Typ, der Gesellschaft liebt, den Spaß im Vordergrund sieht, eher oberflächlich seine Aufgaben erfüllt, mündlich stets mit voller Energie dabei und in Phantasie und Kreativität kaum zu schlagen ist. Als vierter Lerntyp wurde der Emotionale benannt, der sehr empathisch sein Umfeld wahrnimmt, es allen stets recht machen möchte, nicht wirklich organisiert ist, dem Gespräche wichtig sind und etwas langsamer vorankommt.

Matthias Melzer machte damit deutlich, dass die unterschiedlichen Lerntypen das Spiegelbild der Gesellschaft sind und kein Lerntyp über dem anderen steht. Jeder kann etwas und jeder hat Stärken und Schwächen. Alle haben in der Gesellschaft ihre Daseinsberechtigung und sind für sie wichtig. Zwar mag die Zusammenarbeit mit dem erst genannten Lerntyp am Leichtesten erscheinen, doch stellen die beiden letztgenannten Lerntypen eine wirkliche Herausforderung für Eltern und Lehrkräfte dar, an denen man wachsen kann.

Alles in allem war der Vortragsabend sehr lebendig, mit viel guter Laune im Publikum und schmunzelnden Gesichtern. Daher ist Herrn Melzer an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich zu danken. Eltern und Lehrkräften der Schlossschule Immendingen haben etwas Neues hinzugelernt. Für alle die mehr über den Verein erfahren möchten, rufen dazu bitte die Internetseits des LVB Lernen e.V. auf.